Die Furcht vor der Personalabteilung

Alphatier

Nach mehr als zehn Jahren Personalarbeit (aus Überzeugung) muss ich doch mal dieses Thema aufgreifen: was macht Personaler eigentlich häufig so unbeliebt in Organisationen? Nicht selten höre ich von Angestellten, dass die Personalabteilung ohnehin nicht weiterhelfen kann…oder „ach Du Schreck, mich hat der Personaler angerufen. Was will der bloß?“ Gerade in großen Organisationen hat die Personalabteilung oft noch den Ruf der Bürokratie-Instanz, die auf den Personalakten und –daten sitzt und sich immer nur dann meldet, wenn’s Ärger gibt. Hmm, traurige Bilanz, wenn das die tatsächliche Arbeitsweise von Personalmanagern ist. Dann sind sie jedenfalls keine optimale Besetzung für eine innovative Human Resources Abteilung.

Aber woher kommen die Vorurteile und was kann ein Mitarbeiter wirklich von nützlicher und guter Personalarbeit spüren und erwarten?

Zuerst einmal zu den Vorurteilen: Personalmanager sind im Unternehmen das Auge und Ohr, da sie tatsächlich einen umfassenden Blick auf die Namen, Daten und Geschehnisse im Unternehmen haben. Gute Personalmanager haben ein großes Insider-Wissen, da sie sich regelmäßig mit Managern und Mitarbeitern austauschen und somit viele Informationen hüten. Umgekehrt können und dürfen Personaler selbst nur bestimmte Informationen herausgeben, da personenbezogene Daten (allein schon aus gesetzlichen Gründen) nur im Kopf des Personalmanagers oder in der Personalakte gespeichert bleiben sollten. Das macht den Personalmanager per se zu einer geheimnisvollen Gestalt und so mancher Mitarbeiter mag sich erstens fragen: „Was macht der eigentlich den ganzen Tag?“ und „Was der wohl alles über mich weiß und über mich denkt?“

Aber nur solange der Personalmanager letztere Informationen nicht weitererzählt und Integrität bewahrt, wird er auch das Vertrauen der Mitarbeiter genießen. Ansonsten wird er schnell überhaupt keine Informationen mehr bekommen.

Dann kommt natürlich noch die Tatsache hinzu, dass Personalmanager die Überwachung und Umsetzung von arbeitsrechtlichen Themen verantworten, wie z.B. vertragsrechtliche und disziplinarische Konsequenzen, wenn Mitarbeiter sich schlichtweg daneben benehmen oder Regeln brechen. Mit dieser unattraktiven und ungeliebten Aufgabe werden Personalmanager daher schnell in Verbindung gebracht. Wenn also die Personalabteilung anruft und ein Personalgespräch einberufen wird, gehen bei den Mitarbeitern sofort die Alarmsignale an.

Aber genau das können gute und moderne Personalmanager ohne Weiteres kompensieren: nämlich genauso auffällig gute und motivierende Gespräche führen und positive Signale in das Unternehmen senden. Das erreichen Personalmanager am besten durch Präsenz, Offenheit und Verstehen der Fachbereiche. Ich habe festgestellt, dass Verstehen des Geschäftsmodells, der einzelnen Abteilungen und Funktionen viele Türen öffnen kann, tiefere und vertrauensvollere Gespräche schafft und eine Kompetenz und damit Akzeptanz in der Organisation aufbaut. Und letztendlich sind auch Personalmanager verantwortlich, das Gesamtgeschäft zu unterstützen und zum Erfolg zu bringen. Angefangen mit der Einstellung der passenden Mitarbeiter, der Identifikation und Entwicklung von Talenten im Unternehmen bis hin zur motivierenden und unterstützenden Beratung von Führungskräften und Mitarbeitern, damit Organisationen und Teams überhaupt effektiv zusammenarbeiten können. Und damit es für Mitarbeiter nicht so geheimnisvoll und abstrakt bleibt, wie es sich anhört, sollten innovative HR Manager einfach folgendes beherzigen: alles, was gesagt werden darf, sagen! Aufklären! Informieren und Rausgehen! Denn Kommunikation ist wie immer der Schlüssel zum Erfolg.

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